Das Floß der Medusa © Chris Rogl

Schauspielhaus Salzburg: ab September 2020

„Freude und Lust auf das Erlebnis Theater“ | Schauspielhaus Salzburg

Die Zukunft ruft – und mit ihr erwartet das Publikum am Salzburger Schauspielhaus viele spannende Produktionen.

Kirche und Theater haben mehr gemein, als auf den ersten Blick zu vermuten wäre. Der Beweis dafür wird nicht nur alle 10 Jahre im Oberammergau angetreten, sondern beinahe täglich am Salzburger Schauspielhaus. Wer sich jetzt verwundert am Kopf kratzt und nach dem sakralen Charakter der letzten Inszenierung forscht – falsche Richtung… tatsächlich firmierte die Bühne 1958 als Elisabethbühne. Das lag aber nicht an einem möglicherweise transzendenten Spielplan. Damals wie heute setzt das Haus auf eine besonders breite Auswahl an Stücken, die von der Antike bis zur Moderne reichen und alle Epochen und Strömungen divergent vereinen.

Die Niere © Chris Rogl

Nein, der Name Elisabethbühne orientierte sich vielmehr am Gründungsort, den Kellerräumen unter der Elisabethkirche. 1995/96 zog es die Bühne in den Petersbrunnhof nach Nonntal und es floss noch sehr viel mehr Wasser den Almkanal hinunter, bevor sich die Bühne Mitte der Neunziger Jahre in Schauspielhaus Salzburg umbenannte.

DIE NIERE als erste Premiere der neuen Spielzeit 20/21

Stillstand? Im Gegenteil, das Salzburger Schauspielhaus ist voll motiviert. Die Spielzeit 20/21 werde hoffentlich nach Plan im September 2020 beginnen, wie Dramaturgin Theresa Taudes verrät. Auch wenn die Probenräume länger verwaist waren, seit August laufen die Vorbereitungen für die kommende Saison wie gewohnt. Den Auftakt zur Spielzeit macht ein alter, neuer Bekannter. Eigentlich sollte Stefan Vögels DIE NIERE bereits im April premieren. Dann kam Corona und alle Vorstellungen mussten abgesagt werden. Glück im Unglück für DIE NIERE, die jetzt prominent als Spielzeitauftakt ihr Revival feiert. Als Gründe dafür nennt Theresa Taudes die Entscheidung, dass man dem Publikum das Stück nicht vorenthalten wolle. Außerdem habe man bereits mit den Proben und dem Bau des Bühnenbilds begonnen.

Hier findet jedes Publikums einen passenden Deckel

Divergenz wird am Schauspielhaus groß geschrieben. Das lässt sich auch an der raschen Reaktion auf Corona erkennen. „Wir haben unseren kommenden Spielplan insofern angepasst, dass wir die Stücke, die im Frühjahr nicht mehr auf die Bühne gebracht werden konnten, nun im Herbst zeigen werden. Dazu zählen eben Stefan Vögels “Die Niere”, aber auch “Der große Gatsby” von F. Scott Fitzgerald und “Lamm Gottes” von Michael Köhlmeier sowie die Jugendproduktion “In 80 Tagen um die Welt”,“ zieht Theresa Taudes Resümee.

In 80 Tagen um die Welt © Jonas Geise
In 80 Tagen um die Welt © Jonas Geise

Generell versuche das Schauspielhaus immer eine Vielfalt an Genres zu zeigen. Deshalb setze es auch auf eine bunte Mischung aus altbewährten Klassikern und zeitgenössischen Stücken. Tragödien wechseln mit Komödien, aber auch Krimis und Musicals geben sich ein Stelldichein, wie beispielsweise in der kommenden Spielzeit THE BLACK RIDER von Bourrougs, Waits und Wilson. „Jedes Jahr hat das Schauspielhaus auch mehrere Stücke für Kinder und Jugendliche im Programm. Schließlich ist es für uns ein großes Anliegen, auch die junge Generation für das Theater zu begeistern.“

Auf in die Zukunft

Spannung liegt mit Franz Kafkas DER PROZESS in einer Version für Jugendliche in der Nonntaler Theaterluft. „Regisseur Ben Pascal und Videokünstler Remo Rauscher verbinden die Ebenen von Theater und Video und erzeugen so ein einmaliges Theatererlebnis. Auch die Romanadaption von Franzobels “Floss der Medusa” in der Fassung und Regie von Susi Weber wird Theater in einer ganz eigenen Form zeigen und versuchen, die Gräuel eines der bekanntesten Schiffsunglücke einzufangen und erlebbar zu machen.“ Dieses Erlebbar-Machen spiegelt sich auch in der Maxime des Hauses. „Das Schauspielhaus Salzburg steht für Theater, das nah am Menschen dran ist. Wir wünschen uns, dass unser Publikum wieder Freude und Lust auf das Erlebnis Theater hat. Unser Wunsch hat sich zum Teil auch schon erfüllt, denn das Kindermusical “Ritter Kamenbert”, das wir seit Anfang Juni immer am Wochenende spielen, wird schon seit der ersten Vorstellung gut besucht. Wir hoffen, dass es im September so weitergeht und wir unsere Plätze wieder ohne Einschränkungen befüllen dürfen.

Zum Spielplan des Schauspielhaus Salzburg

 

 

Fotonachweis: siehe BUs

 

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